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Niedergelassene Ärzte

Vielfach erste Anlaufstelle

Niedergelassene Ärzte sind vielfach die erste Anlaufstelle für Abhängigkeitskranke bzw. -gefährdete, insbesondere im Zusammenhang mit körperlichen und/oder seelischen Erkrankungen. Ein großer Teil aller Alkoholabhängigen sucht während eines Jahres mindestens einmal ihren behandelnden Arzt wegen körperlicher Erkrankungen auf. Dem Arzt kommt ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit und Kompetenz in allen Fragen der Gesundheit und Krankheit zu. Daher hat er im Rahmen von informierenden und beratenden Gesprächen hohe Einflussmöglichkeiten auf das gesundheitliche Verhalten des Patienten.

Opiatabhängige Patienten können zur Stabilisierung ihrer Lebenssituation von anerkannten Ärzten mit einem Ersatzstoff substituiert werden. Dies sind im Landkreis Schwäbisch Hall folgende Ärzte:

  • Herr Dr. Dinkelacker, Crailsheim, Tel.: 07951 43434
  • Herr Dr. Schiel, Schwäbisch Hall, Tel.: 0791 41558
  • Frau Dr. Koman, Michelfeld, Tel.: 0791 9542400
  • Herr Dr. Schumacher, Kirchberg, Tel.: 07954 98100

In der Regel ist eine psychosoziale Begleitung durch die Suchtberatungsstellen Bestandteil einer Substitutionsbehandlung nach den Richtlinien.

Die Substitution Opiatabhängiger durch niedergelassene Ärzte mit suchtmedizinischer Ausbildung ist für die durchführenden Ärzte unter kontrollierbaren Bedingungen dann am leichtesten durchführbar, wenn maximal 8-10 substituierte Patienten bei Ärzten die Praxis aufsuchen. Dies ist im Landkreis Schwäbisch Hall nicht möglich, da zu wenige niedergelassene Ärzte substituieren. Eine Schwerpunktpraxis unter deren besonderen Bedingungen eine größere Anzahl Abhängiger substituiert werden kann ist nicht vorhanden. Das Suchthilfenetz möchte daher weitere Ärzte gewinnen, die die suchtmedizinische Fachkunde erwerben und eine kleine Gruppe von Patienten substituiert. Interessierte Ärzte können sich bei Interesse an den Vertreter der Fachgruppe Substitution in der Steuerungskonferenz Dr. Dinkelacker wenden.

Substitution wird von den Opiatabhängigen oft als die Lösung aller ihrer Probleme angesehen. Die Substitutions-Realität sieht jedoch häufig anders aus: Misserfolge, Rückfälle, Beigebrauch von Medikamenten und anderen Suchtmitteln, auch Todesfälle, oft noch größere Schwierigkeiten, Abstinenz zu erreichen als unter Heroin, und auch kriminelle Vorgänge mit Weiterverkauf der Substitutionsmittel.
Manchen Abhängigen, insbesondere den jungen, kann besser geholfen werden, wenn sie möglichst schnell eine stationäre Entgiftung und Entwöhnung beginnen. Substitution kann zwar Opiat-Abhängigen helfen, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen, aber sie darf nicht als einzige und einfache Lösung neben dem zugegebenermaßen steinigen Weg zur Abstinenz über Krankenhausentgiftung und Rehabilitation (Entwöhnungstherapie) überschätzt werden.

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